Macht Eis nicht dick? Der Aufwärmkosten-vs-Nutzlast-Irrtum
35 Grad, die Sonne knallt auf Pfaffenhofen, vor der Eisdiele steht die Schlange bis um die Ecke. Der perfekte Tag für einen hartnäckigen Sommer-Mythos. Eis mache nicht dick, weil der Körper mehr Energie aufwenden müsse, um das kalte Eis auf Körpertemperatur zu erwärmen, als das Eis an Kalorien liefere. Klingt elegant. Ist aber falsch, und zwar nicht knapp, sondern um eine Größenordnung. Rechnen wir es durch. Um 100 g Wasser-Eis vom Tiefkühler (rund minus 10 Grad) auf Körpertemperatur (37 Grad) zu bringen, braucht man drei Posten: das Eis von minus 10 auf 0 Grad anwärmen (etwa 2,1 kJ), es schmelzen (Schmelzwärme, der mit Abstand größte Posten, etwa 33 kJ wenn man die gesamte Masse als gefrorenes Wasser annimmt) und das Schmelzwasser von 0 auf 37 Grad erwärmen (etwa 15 kJ). Macht in Summe gut 50 kJ, also etwa 12 kcal. Und das ist schon die großzügige Obergrenze, denn echtes Speiseeis ist kein reiner Eisblock. Zucker, Fett und eingeschlagene Luft senken den Anteil gefrorenen Wassers, die...
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