Die dunkle Seite der Wissenschaft: Die Analyse von Unternehmensdokumenten zeigt den Einfluss der Industrie auf die PFAS-Forschung

Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS) sind eine Klasse weit verbreiteter Chemikalien, die in der Umwelt persistieren und sich in Menschen und Tieren anreichern, was weltweit zunehmend Anlass zur Sorge gibt. Obwohl PFAS seit den 1940er Jahren kommerziell produziert werden, wurde ihre Toxizität erst in den späten 1990er Jahren öffentlich bekannt. Das Ziel dieses Artikels ist es, Industriedokumente über PFAS zu bewerten und sie mit der öffentlichen Gesundheitsliteratur zu vergleichen, um diese bedeutende Verzögerung zu verstehen.

Die Autoren der Studie, Nadia Gaber, Lisa Bero und Tracey J. Woodruff, haben eine Sammlung zuvor geheimer Industriedokumente aus dem UCSF Chemical Industry Documents Library überprüft. Sie untersuchten, ob und wie Unternehmen, die PFAS herstellen, Strategien der wissenschaftlichen Manipulation anwandten. Durch die Anwendung etablierter Methoden der Dokumentenanalyse konnten Sie den Einfluss der Industrie auf die Durchführung und Veröffentlichung von Forschungsergebnissen bewerten. Zudem führten sie eine Literaturrecherche durch, um festzustellen, wann wissenschaftliche Informationen zu den gesundheitlichen Auswirkungen von PFAS öffentlich zugänglich wurden.

Die Ergebnisse ihrer Untersuchung zeigen, dass Unternehmen bereits 1970, vierzig Jahre vor der öffentlichen Gesundheitsgemeinschaft, wussten, dass PFAS "hochgiftig beim Einatmen und mäßig giftig beim Verschlucken" sind. Darüber hinaus verwendete die Industrie mehrere Strategien, die bei Tabak-, Pharmazie- und anderen Branchen üblich sind, um Einfluss auf die Wissenschaft und Regulierung auszuüben. Insbesondere wurden unvorteilhafte Forschungsergebnisse unterdrückt und die öffentliche Diskussion verzerrt. In den Archiven fanden sich keine Hinweise darauf, dass die Industrie gezielt günstige Forschung finanzierte oder diese Ergebnisse gezielt verbreitete.

Die mangelnde Transparenz bei industriebasierten Forschungen zu industriellen Chemikalien hat erhebliche rechtliche, politische und gesundheitliche Konsequenzen. Industriestrategien zur Unterdrückung von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen oder frühen Warnungen vor den Gefahren von Industriechemikalien können analysiert und aufgedeckt werden, um Präventionsmaßnahmen zu leiten.

Die Untersuchung zeigt auf, wie die chemische Industrie mithilfe von Industriedokumenten die Offenlegung der Schäden durch PFAS verzögerte, was weltweit Milliarden von Dollar an Gesundheits- und Umweltschäden verursachte. Viele Länder ergreifen rechtliche und gesetzgeberische Maßnahmen, um die Produktion von PFAS einzudämmen, und können von den Erkenntnissen dieser Studie profitieren.

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